Universität Bern

Im Rahmen des Feldkurses „Earth Surface Processes: Quantitative Methods“ konnte eine interdisziplinäre Gruppe der Universitäten Bern, Heidelberg, der Zürcher Hochschule der Künste und der Berner Fachhochschule mit Unterstützung durch Christian Hübner (GGH, Freiburg i. B.) sowie durch die eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft den mittelbronzezeitlichen Siedlungshügel Crestaulta im Val Lumnezia mit verschiedenen modernen Methoden untersuchen. Dieser für die Vorgeschichte Graubündens sehr bedeutende Fundplatz wurde durch Walo Burkhart 1935 entdeckt und in den folgenden drei Jahren ca. zur Hälfte ausgegraben. Seit dem wurden an diesem Ort nur kleinere Detailstudien durchgeführt1. Umfassende Forschungen unter modernen Fragestellungen (Handelskontakte, Sozialstruktur und landschaftsarchäologische Aspekte) wurden hierbei bisher nur äusserst peripher berührt. Hiermit bot diese Siedlung ein ideales Tätigkeitsfeld, um heranwachsenden Forschergenerationen die Techniken, Möglichkeiten aber auch Beschränkungen zeitgemässer Vorgehensweisen zu vermitteln. Obwohl das Projekt als Lehrveranstaltung und praktische Übung auch für Studierende ohne spezifische Vorkenntnisse konzipiert war, wurde eine möglichst praxis‐ und realitätsnahe Herangehensweise präferiert. Dies eröffnete die Möglichkeit auch im Rahmen eines praktischen Kurses belastbare Daten und erfolgsversprechende Zwischenresultate zu erarbeiten, die die Basis für weitere Unternehmungen (grossräumige Landschaftssurveys wie auch archäobotanische Untersuchungen und potentielle Grabungen) bilden können.

Über die klassische terrestrische und satellitengestützte Vermessung hinaus, wurden dabei Aspekte der Fernerkundung (z.B. Generierung von Orthophotos aus Befliegungsdaten) und schwerpunktmässig der geophysikalischen Prospektionstechniken (Radar, Geo‐Magnetik und Geo‐ Elektrik) vermittelt und eingesetzt.

Zu danken ist dem Kantonsarchäologen Dr. Thomas Reitmaier nicht nur für seine Genehmigung diesen Kurs auf und um Crestaulta durchführen zu können, sondern vor allem auch für seine fortwährende freundliche Unterstützung und gedanklichen Input. Die Durchführung dieses Unternehmens wäre niemals möglich gewesen, ohne die warmherzige, geduldige und stets freundliche Unterstützung von Ursula Capaul und Thomas Weber! Ihnen gilt der Dank der ganzen Gruppe für die selbstlose Überlassung ihrer „Casa Maus“ ‐ in grond Engraziel fetg!



Zwischenbericht Feldkurs Lumbrein 2012




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Pro Lumerins Uniun da Cultura,
23.07.2012, 07:40
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